Zwei Tage Urla mit Wohnmobil oder Zelt
Ein Plan für zwei Tage in Urla bei İzmir, mit Wohnmobil oder Zelt: Altstadt, İskele und Klazomenai, die Buchten Zeytineli und Çeşmealtı, Campingplätze und Anreise vom Flughafen.
Teknovan Redaktion ·

Wer aus İzmir raus will, landet seit Jahren zuerst in Urla. Das hat einen guten Grund: Kleinstadt, Weinberge, Olivenhaine und Küste liegen hier auf engem Raum beieinander. Mit dem Wohnmobil bleiben die Tagesetappen kurz, und auch mit dem Zelt hast du alles, was du brauchst, in einer halben Stunde Fahrt erreicht. Urla liegt etwa 40 km westlich von İzmir, an der Straße Richtung Çeşme.
In diesem Beitrag teilen wir Urla in zwei Tage auf. Am ersten Tag geht es um die Stadt und ihre Geschichte, am zweiten ums Meer. Die Weinroute haben wir in einem eigenen Beitrag beschrieben, denn die braucht einen ganzen Tag für sich.
Wie kommt man nach Urla?
Mit dem Flugzeug: Vom Flughafen İzmir Adnan Menderes (ADB) fährt ein Havaş-Shuttlebus nach Urla. Er nimmt die Autobahn İzmir-Çeşme und hält am Busbahnhof Urla (Urla İlçe Otogarı). Fahrzeiten und Preise ändern sich, prüf sie also vor der Abfahrt auf den Kanälen von Havaş. Holst du dein Wohnmobil am Flughafen ab, ist die Route dieselbe: auf die Autobahn und nach Westen Richtung Çeşme.
Mit dem eigenen Fahrzeug: Auch aus dem Zentrum von İzmir ist die Autobahn İzmir-Çeşme der bequemste Weg. Mit einem langen Wohnwagengespann ist die Autobahn kein Problem. Aufpassen musst du in der Stadt selbst und auf den Straßen hinunter zu den Buchten (mehr dazu weiter unten).
Tag eins: Basar, Sanat Sokağı und İskele
Vormittag: Malgaca-Basar und Sanat Sokağı
Ein guter Start ins Zentrum von Urla ist der Malgaca Pazarı. Das ist kein Wochenmarkt, sondern ein historischer Basar: Katmer-Bäckereien (Katmer ist ein dünnes, gefülltes Blätterteiggebäck), alte Kaffeehäuser und Stände mit regionalen Produkten. Gleich daneben liegt die Sanat Sokağı, die „Kunstgasse“, mit Kunsthandwerksateliers. Einige bieten Besuchern auch kurze Workshops an.
Versuch nicht, mit dem Wohnmobil in den Basar zu fahren. Die Gassen im Zentrum sind eng, Parkplätze am Wochenende knapp. Stell das Fahrzeug außerhalb ab und geh zu Fuß. Das ist schneller und schont die Nerven.
Bist du an einem Freitag in Urla, hast du Glück: Dann ist Wochenmarkt. Gemüse, Oliven und Käse für die Campingküche bekommst du nirgends günstiger.
Nachmittag: İskele und Klazomenai
Vom Zentrum nach İskele sind es ein paar Minuten. Im Viertel İskele liegen die Reste der antiken Stadt Klazomenai. Am meisten wird über die Olivenölpresse aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. gesprochen. Laut Archäologen ist sie die älteste bisher bekannte Ölmühle in Anatolien, die in großem Maßstab produziert hat. Die Anlage wurde vor Ort restauriert und kann besichtigt werden.
Eine aktuelle offizielle Quelle zu Öffnungszeiten und Eintritt haben wir nicht gefunden. Frag vorher auf den İzmir-Seiten des Kultur- und Tourismusministeriums oder bei der Stadtverwaltung Urla (Urla Belediyesi) nach.
Gegen Abend ist die Uferpromenade von İskele voller Fischrestaurants. Wenn das Budget knapp ist: Am Wasser entlangspazieren und den Sonnenuntergang anschauen kostet nichts, und den Fisch kaufst du beim Fischer und grillst ihn am nächsten Tag auf dem Campingplatz.
Kleiner Abstecher am Abend: Özbek
Wenn noch Zeit bleibt, fahr nach Özbek, einem der Dörfer von Urla. Das alte griechische Dorf ist bekannt für seine Steinhäuser aus der Zeit des Bevölkerungsaustauschs von 1923, das Kopfsteinpflaster und die Steinbrücken über den Bach. Die Gassen sind eng, also nicht mit dem Wohnmobil ins Dorf. Am Ortseingang parken und zu Fuß weiter.
Tag zwei: Zeytineli, Çeşmealtı und die Buchten
Das Meer bei Urla hat zwei Gesichter. Die Nordseite schaut auf den Golf und ist geschützter. Nach Süden und Westen öffnen sich die Buchten, und der Wind nimmt zu.
| Ort | Was dich erwartet | Hinweis |
|---|---|---|
| Strand Zeytineli | Öffentlicher, kostenloser Strand | Bequem für Familien, am Wochenende voll |
| Çeşmealtı | Der touristischste Küstenabschnitt von Urla, Fischlokale | Am Mavi Plaj gibt es einen kostenpflichtigen und einen freien Teil |
| İçmeler | Bekannt für Thermalquellen | Nahe Çeşmealtı |
| Bucht Demircili | Eine der meistgelobten Buchten bei İzmir | Schmale Straße, mit großem Wohnmobil vorsichtig fahren |
| Bucht Kokar | Weniger bebaut, ruhig | Kaum Schatten, Sonnenschirm mitnehmen |
Ein Teil der Straßen zu den Buchten ist schmal und kurvig. Bist du mit einem Fahrzeug über 7 Meter unterwegs, lass es lieber auf dem Campingplatz und fahr mit einem kleinen Auto oder dem Rad zur Bucht. Auf dem Rückweg bergauf solltest du Kühlwasser und Bremsen im Auge behalten.
Wind gehört in Urla zum Alltag. Hast du die Markise ausgefahren, hol sie abends ein, und schlag die Heringe ordentlich ein.
Wo übernachten in Urla?
Wildcampen an der Küste und im Wald gibt in Urla Ärger. Am entspanntesten ist ein Campingplatz oder ein Wohnmobilpark.
- NovaUrla Karavan Park ve Çadır Kamp: in Kuşçular, an der Altınköy Caddesi. Nimmt Wohnmobile und Zelte. In Kuşçular liegt auch die Weinroute, du kannst also beide Touren gut kombinieren.
- Yanako Karavan Çiftliği: ebenfalls in Kuşçular, ein kleinerer Wohnmobilpark mit Bauernhof-Atmosphäre.
Teknoköy, das gerade in einem Kiefernwald bei Urla entsteht, plant künftig ebenfalls Stellplätze für Wohnmobile und Tiny Houses.
Weitere Plätze in der Gegend findest du in unserem Guide zum Camping rund um İzmir oder in der Liste der Campingplätze auf teknovan.com.tr.
Wann ist die beste Reisezeit?
- April und Mai: Artischockenzeit. Das Artischockenfestival von Urla findet meist Ende April statt (2025 vom 25.-27. April). Das Meer ist noch kalt, aber im Ort ist viel los.
- Juni: Das Meer wird warm, der große Andrang kommt erst noch. Ein ausgewogener Monat zum Campen.
- Juli und August: Heiß, voll und windig. Fahr nicht ohne Reservierung auf einen Campingplatz.
- September und Oktober: Weinlese. Das Meer ist noch lau, die Abende sind kühl. Unsere Lieblingszeit.
- Winter: Ruhig und regnerisch. Such dir einen Wohnmobilpark mit Stromanschluss am Stellplatz.
Kurz notiert für Wohnmobilfahrer
- Fahr nicht mit dem Wohnmobil durch die Altstadt. Für das Zentrum sind ein kleines Auto, das Fahrrad oder ein Taxi praktischer.
- Kauf auf dem Rückweg zum Platz an der Hauptstraße ein, in den Dörfern ist die Auswahl an Supermärkten klein.
- Frag den Campingplatz vorher nach Frischwasser und Entsorgung.
- Im Sommer sind die Stellplätze mit Strom schnell weg. Buch früh.
Tipps, die das Budget schonen
- Leg den Einkauf auf den Freitagsmarkt und deck dort den Wochenbedarf deiner Campingküche.
- Statt in İskele im Restaurant zu sitzen, kauf den Fisch beim Fischer und grill ihn auf dem Platz. Das kostet oft nur die Hälfte.
- Es gibt kostenlose Strände. Zeytineli und der freie Teil des Mavi Plaj sind gute Anlaufstellen.
- Was man in Urla isst und einkauft, beschreiben wir ausführlich in unserem Beitrag Gut essen mit Campingbudget an der Ägäis.
Häufige Fragen
Kann man in Urla mit dem Wohnmobil campen? Ja. Rund um Kuşçular gibt es Wohnmobilparks und Zeltplätze. Strom, Wasser und Entsorgung sind von Platz zu Platz verschieden, frag bei der Reservierung nach.
Kommt man vom Flughafen İzmir mit Öffis nach Urla? Havaş fährt nach Urla und hält am Busbahnhof Urla. Prüf die Fahrzeiten vor der Abfahrt.
Gibt es in Urla kostenlose Strände? Der Strand Zeytineli ist öffentlich und kostenlos. Auch der Mavi Plaj in Çeşmealtı hat einen freien Bereich.
Wie viele Tage braucht man für Urla? Für Stadt und Buchten sind zwei Tage ein guter Anfang. Willst du die Weinroute dazunehmen, plan einen dritten Tag ein. Details in unserem Beitrag Die Weinroute von Urla in fünf Stopps.
Quellen
- Yeni Asır: Herbst in İzmir, Weinroute und Küstentour (2026)
- Ege Üniversitesi, Open Access: Die Olivenölpresse von Klazomenai aus dem 6. Jh. v. Chr.
- Küre Ansiklopedi: Ausgrabungsstätte Klazomenai
- Karar: Özbek, das hundertjährige griechische Dorf in Urla
- enuygun: Strände in Urla
- Pegasus Blog: Wochenmärkte in İzmir
- NTV: Termine des Artischockenfestivals in Urla
- e-yaşam rehberi: Anbindung des Flughafens İzmir Adnan Menderes
Bildnachweise
Die Fotos zeigen die Region, nicht die Campingplätze selbst.
- Urla: Yağmur Aydın, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons
- Urla: Yağmur Aydın, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons


