9 Regeln fürs Camping in der Sommerhitze, vom Schatten bis zum Waldbrand
Praktische Regeln fürs Camping im Juli und August an der Ägäis- und Mittelmeerküste: Stellplatz mit Schatten, Lebensmittel ohne Kühlschrank, Wasser, Sonne, Mücken und Zecken, Feuerverbote und was du bei einem Waldbrand tust.
Teknovan Redaktion ·

Im Juli an der Ägäis- oder Mittelmeerküste zu campen, ist der schnellste Weg, den Wert von Schatten zur Mittagszeit kennenzulernen. Die Morgenkühle ist um neun vorbei, am Nachmittag wird das Zelt zum Backofen, und abends treten die Mücken ihre Schicht an. All das lässt sich in den Griff kriegen. Das Einzige, was sich nicht in den Griff kriegen lässt, ist ein Waldbrand. Deshalb bekommt er den längsten Abschnitt in diesem Beitrag.
1. Wähl den Stellplatz nach Schatten und Morgensonne
Schau bei der Wahl des Stellplatzes auf die Uhrzeit. Die Nachmittagssonne kommt aus dem Westen, und sie brennt am stärksten. Ein Platz mit Baum- oder Gebäudeschatten auf der Westseite hält Zelt oder Wohnmobil mittags ein paar Grad kühler. Ist die Ostseite offen für die Morgensonne, wachst du früh auf, und im Sommer ist das eine gute Sache.
- Bau das Zelt nicht direkt auf Kiefernnadeln und trockenes Gras, sondern auf offenen Boden oder die Fläche, die der Platz vorgibt.
- Nicht unter große, allein stehende Bäume. Es können trockene Äste herunterfallen, und es besteht Blitzgefahr.
- Ein Stellplatz direkt am Meer sieht schön aus, bekommt aber auch Wind und Feuchtigkeit als Erster ab. Eine Reihe weiter hinten ist oft entspannter.
2. Bau Markise und Sonnensegel vor Mittag auf
Eine Plane, zwei Stangen und vier Leinen sind die beste Sommerinvestition. Hat das Wohnmobil eine Markise, fahr sie aus, aber hol sie ein, wenn Wind aufkommt. Spann das Sonnensegel nicht über dem Zelt, sondern daneben, und lass Platz, damit die Luft zirkulieren kann. Lüftungsfenster und Türen des Zelts bleiben tagsüber offen, das Moskitonetz zu.
3. Ohne Kühlschrank: Lebensmittel nach Plan kaufen
Ohne Kühlschrank im Sommer Fleisch und Milchprodukte mitzunehmen, ist riskant. So sieht der Plan aus:
- Erster Tag: Frisches Fleisch, Hähnchen, Käse. In der Kühlbox, so viel, wie ihr am ersten Abend esst.
- Die Tage danach: Hülsenfrüchte, Bulgur, Nudeln, Konserven, Walnüsse, Trockenobst, Brot, Tomaten, Gurken, Paprika, Wassermelone.
- Kühlbox: Im Schatten, Deckel so selten wie möglich öffnen, oben ein feuchtes Tuch drüber. Gefrorene Wasserflaschen sind Eis und zugleich Trinkwasser für morgen.
- Kauf jeden Tag ein bisschen auf dem Markt und im Dorfladen (bakkal). In den Küstendörfern ist die Bäckerei am Morgen oft der beste Frühstücksplan.
Zur Erinnerung: In den Hitzewarnungen des Gesundheitsministeriums wird empfohlen, statt schwerer, fettiger und frittierter Speisen frisches Obst und Gemüse zu essen und lieber kleine, häufige Mahlzeiten. Auf dem Campingplatz fällt das ohnehin leichter.
4. Trink, bevor du Durst hast
Das Gesundheitsministerium empfiehlt in seinen Sommerwarnungen, mindestens 2,5-3 Liter Wasser am Tag zu trinken. Weil du beim Campen unterwegs bist, schwimmst und schwitzt, kann es noch mehr sein. Rechne den täglichen Trinkwasserbedarf pro Person aus und nimm entsprechend große Kanister (damacana) mit. Mit dem Wasser verlierst du auch Salz und Mineralien, Ayran (ein salziges Joghurtgetränk) und Mineralwasser sind gute Optionen. Weniger Tee und Kaffee.
Frag, ob das Wasser auf dem Platz Trinkwasser ist. Warum du im Wohnmobil Tankwasser und Trinkwasser trennen solltest, erklären wir im Beitrag Wasser, Strom und Abwasser im Wohnmobil.
5. Verbring die Mittagsstunden im Schatten
Das Ministerium rät, zwischen 11 und 16 Uhr, wenn die Sonne am stärksten ist, möglichst nicht draußen zu sein. Beim Campen heißt das: Wanderungen auf den frühen Morgen oder den späten Nachmittag legen, den Mittag mit einem Buch im Schatten oder mit kurzen Runden im Meer verbringen. Hut, ein leichtes langärmliges Hemd und Sonnencreme gehören in jede Tasche. Kinder, ältere Menschen und chronisch Kranke sind besonders gefährdet.
6. Sei auf Mücken und Zecken vorbereitet
Mücken: Sie sind am späten Nachmittag und nachts aktiv. Halt das Moskitonetz am Zelt geschlossen, trag lange Ärmel und nimm Mückenschutz. Lass kein stehendes Wasser herumstehen: Ein Eimer, eine Schüssel oder ein nicht umgedrehtes Spülgefäß reicht für Mückenlarven.
Zecken: Wenn du durch Wald, Gebüsch und Wiesen läufst, steck die Hose in die Socken, trag helle Kleidung und such abends dich und die Kinder ab. Laut Gesundheitsministerium soll eine Zecke, die sich festgebissen hat, nicht mit bloßen Händen, sondern mit Pinzette, Handschuh, Tuch oder Plastiktüte entfernt werden, ohne sie zu zerquetschen, und danach soll man zur nächsten Gesundheitseinrichtung gehen. Kölnischwasser, Petroleum und Ähnliches haben an der Zecke nichts zu suchen. Wer gebissen wurde, sollte sich mindestens 10 Tage beobachten. Kommen Fieber, Mattigkeit, Muskelschmerzen, Übelkeit oder Durchfall dazu, sofort zum Arzt.
7. Kein Feuer im Wald, Punkt
Nach Artikel 76 des Forstgesetzes Nr. 6831 (Orman Kanunu) ist Feuer im Wald verboten, außer an genehmigten, als Feuerstelle ausgewiesenen Orten. Dazu kommen jeden Sommer zusätzliche Verbote der Gouverneursämter. Zum Zeitpunkt des Schreibens galt für 2026:
| Provinz | Was verboten ist | Zeitraum |
|---|---|---|
| İzmir | Betreten bestimmter Waldgebiete | 1. Juni bis 31. Oktober 2026 |
| Muğla | Betreten von 50 bestimmten Waldgebieten, dort auch Rast, Picknick und Feuer | 1. Juni bis 31. Oktober 2026 |
| Antalya | Betreten von Waldgebieten außer den von den Behörden bestimmten Orten (Rundschreiben Nr. 2026/3) | 1. Mai bis 31. Oktober 2026 |
Das Gouverneursamt Antalya hat in früheren Jahren auch Rundschreiben erlassen, die Feuer im Umkreis von 4 Kilometern um den Wald verbieten, Privatgrund eingeschlossen. Umfang und Daten der Verbote werden jedes Jahr neu festgelegt. Schau vor der Reise in die Mitteilung des zuständigen Gouverneursamts.
In der Praxis ist die Regel einfach: Gibt es keine vom Campingplatz ausgewiesene Feuerstelle, machst du kein Feuer. Auch den Gaskocher stellst du nicht auf trockenes Gras, sondern auf festen, offenen Boden. Wirf keine Kippen weg, auch nicht aus dem Auto. Sammel Glasflaschen und Scherben ein.
8. Was tun bei einem Waldbrand?
Siehst du Rauch, ruf zuerst die 112 an. In der Notrufliste des Ministeriums für Landwirtschaft und Forsten steht für Waldbrände die 112. Beschreib den Ort so genau wie möglich: Name des Dorfes, Straße, Richtung des Feuers.
- Achte bei der Flucht auf die Windrichtung. Feuer wandert mit dem Wind. Geh nicht in die Richtung, in die der Rauch zieht, sondern seitlich davon oder dorthin, woher der Wind kommt, möglichst auf offenes Gelände, eine schon verbrannte Fläche oder zum Meer.
- Flieh nicht bergauf. Feuer steigt hangaufwärts schneller.
- Lass die Sachen zurück. Zelt, Stühle, Markise. Nichts davon ist es wert.
- Willst du mit dem Wohnmobil raus, dann früh. Auf einem schmalen Waldweg im Rauch festzustecken, ist das schlimmste Szenario. Überleg, schon loszufahren, wenn du den ersten Rauch siehst, nicht erst bei der Evakuierungswarnung.
- Bekämpf das Feuer nicht selbst. Folg den Anweisungen der Einsatzkräfte und fahr nicht aus Neugier ins Brandgebiet.
- Atme den Rauch nicht ein. Ein nasses Tuch über Mund und Nase hilft kurzfristig.
Frag bei der Ankunft auf dem Campingplatz nach dem Fluchtweg und dem Sammelplatz. Das einmal zu tun, bringt dir im Moment der Panik eine halbe Minute.
9. Der einfachste Weg, Hitze und Andrang zu entgehen
Schau in den Kalender. Anfang Juni und der September sind an der Küste kühler und ruhiger als Juli und August. Willst du im Sommer campen, nimm Orte, die etwas höher liegen, bewaldet sind und Wasser haben. Der Nationalpark Kaz-Gebirge oder die Gegend um Akyaka und den Azmak zum Beispiel lassen dich selbst an den heißesten Tagen an der Küste etwas durchatmen. In der Zeit der Waldverbote musst du die Zugangsregeln dieser Gegenden aber extra prüfen.
Häufige Fragen
Ist Campen im Wald im Sommer verboten? Zum Zeitpunkt des Schreibens ist in Provinzen wie İzmir, Muğla und Antalya das Betreten bestimmter Waldgebiete den ganzen Sommer verboten. Lizenzierte Campingplätze können anders behandelt werden, prüf die Mitteilung des Gouverneursamts und frag beim Platz nach.
Darf man auf dem Campingplatz grillen? Das hängt von den Regeln des Platzes und den Verboten des Gouverneursamts ab. Nur an den Feuerstellen, die der Betreiber ausweist, und nur in der erlaubten Zeit.
Was tun, wenn sich eine Zecke festgebissen hat? Ohne sie mit bloßen Händen anzufassen und ohne sie zu zerquetschen, entfernen oder entfernen lassen, und zu einer Gesundheitseinrichtung gehen. Beobachte dich zehn Tage lang.
Wie lagert man beim Campen Lebensmittel ohne Kühlschrank? Verderbliches am ersten Tag essen, danach mit Trockenware und haltbarem Gemüse weitermachen, die Kühlbox im Schatten lassen.
Fährst du zum ersten Mal mit dem Wohnmobil los, hilft dir die Checkliste für die erste Wohnmobilreise. Plätze mit schattigen Stellplätzen findest du in der Liste der Campingplätze.
Quellen
- NTV: Das Ministerium warnt, mindestens 2,5-3 Liter Wasser am Tag trinken
- BirGün: Hitzewarnung des Gesundheitsministeriums
- Sabah: Zeckenwarnung des Gesundheitsministeriums
- BirGün: Ratgeber des Ministeriums gegen Mücken
- Yeni Asır: Waldbetretungsverbot in İzmir (Juni 2026)
- Milliyet: Betretungsverbot für Dutzende Waldgebiete in Muğla
- Politikam: Rundschreiben zum Waldbetretungsverbot in Antalya 2026
- BirGün: Rundschreiben aus Antalya, Feuerverbot 4 Kilometer um den Wald
Bildnachweise
Die Fotos zeigen die Region, nicht die Campingplätze selbst.
- Adrasan: Bilgegezgintr, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons
- Gökova Körfezi: Iemizrak, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons



